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open.med Arztmobil

Eigentlich sind in Deutschland alle Menschen krankenversichert. Eigentlich…

Tatsächlich gibt es erstaunlich viele Deutsche, die nicht versichert sind und das über Jahre hinweg. Die Gründe sind so vielfältig wie die Lebensläufe. Etwa 80.000 Männer, Frauen und Kinder leben in Deutschland offiziell ohne Krankenversicherung, die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Aber auch Menschen, die eigentlich versichert sind, wie zum Beispiel viele Wohnungslose, haben bisweilen Schwierigkeiten beim Zugang zum Gesundheitssystem. Zahlreiche dieser Menschen sind chronisch krank, waren jahrelang nicht beim Zahnarzt oder leiden unter psychischen Problemen.

Daher bietet Ärzte der Welt e.V. in Deutschland seit über zehn Jahren Menschen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem haben, kostenlose medizinische Versorgung und Beratung an.

Doch das Angebot besteht nicht nur für Deutsche. Es steht allen Menschen ohne Krankenversicherung ungeachtet ihrer Herkunft und Aufenthaltsstatus zur Verfügung. Auf Wunsch auch anonym.

Von Anbeginn des Projekts open.med legte Ärzte der Welt großen Wert auf die Patientendokumentation, sowohl der medizinischen als auch der sozialen Daten.

Diese Daten sind enorm wichtig, um zum einen die Patient(innen) adäquat zu behandeln und zum anderen um Entscheidungsträger mit soliden Statistiken zu versorgen. Dabei setzt Ärzte der Welt seit 2014 eine lokale Datenbank ein, die als elektronische Patientenakte dient. Diese wurde in ehrenamtlicher Arbeit aufgesetzt und betreut.

Mit steigenden Anforderungen (mobile und stationäre Einsätze) und mehreren Standorten geriet das System nun an seine Grenzen. Auf der Suche nach einer stabilen, mit wenig Aufwand zentral zu administrierenden Lösung fanden sich Unterstützer in GKM Gesellschaft für Therapieforschung mbH und dem Berliner EDC Software Provider interactive Systems.

Seit Juli dieses Jahres wird nun eine online Lösung der Patientenakte in der Software secuTrial aufgesetzt. Damit können die ehrenamtlichen Ärzte und Helfer vor Ort schneller und leichter auf die Daten ihrer Patienten zugreifen. Und durch den Umzug auf ein professionelles System wird auch der Datenschutz der Patientendaten gestärkt.

Medizinische Versorgung als Hilfe zur Selbsthilfe

Herr K. ist ein IT-Experte mit vielen Jahren Erfahrung auf seinem Gebiet und war lange privat versichert. Seit seiner Scheidung im Jahr 2006 hat sich sein Leben jedoch dramatisch verändert. Er musste aus der Wohnung seiner Exfrau ausziehen und hatte Schwierigkeiten, eine neue bezahlbare Unterkunft zu finden. Außerdem konnte er sich seine private Krankenversicherung nicht mehr leisten. Anfang des Jahres 2016 verlängerte die Zeitarbeitsfirma, für die er gearbeitet hatte, den Vertrag nicht mehr. Seine mehr als 100 Bewerbungen blieben erfolglos.
Im Juli 2016 wurde er krank. Nach Monaten ohne jede medizinische Behandlung erwähnte er seine gesundheitlichen Beschwerden seinem Schuldenberater gegenüber und dieser gab ihm eine Broschüre für die Ärzte der Welt open.med Praxis in München. Während der Untersuchung wurde ein gefährlich hoher Blutdruck festgestellt und die medizinische Behandlung wurde eingeleitet.
“Ich könnte mir selbst nie die Medikamente leisten, die ich brauche. Die Sozialleistungen, die ich bekomme, reichen nicht einmal für meine monatlichen Ausgaben und den Unterhaltszuschuss für meinen Sohn.” Herr K. gibt jedoch nicht auf, sondern verhandelt mit der Krankenkasse und ist außerdem entschlossen, eine neue Beschäftigung zu finden. Bis dahin tun unsere ehrenamtlichen Ärzte ihr Bestes, um ihm die medizinische Versorgung zukommen zu lassen, die er braucht.
Deutscher Staatsbürger, ohne Krankenversicherung, wohnungslos, 60 Jahre alt
Projekt open.med
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